#thefallingman

(Quelle: time.com)

Hier ein kleiner Video-Nachtrag zum Thema „Angst essen Bilder auf“ und der Frage, welche Bilder dürfen, sollen wir zeigen: The falling man, einer Fotografie, aufgenommen von Richard Drew am 11. September 2001 in New York. Direkt nach den Anschlägen wurde dieses Bild sehr oft gedruckt, doch nach Protesten verschwand es wieder von der Bildfläche. In diesem Video erklärt der Fotograf Richard Drew auf der Website von Time.com die Entstehungsgeschichte seines Bildes und seine Bedeutung.

#photocomic

Den 11. September diesen Jahres nahm der Comic-Verlag „Mondadori“ zum Anlass für ein recht erstaunliches Projekt: sie veröffentlichten einen Comic-Band, mit bislang unveröffentlichten Fotografien des Fotografen Steve McCurry. Anhand dieser Bilder wird die professionelle Biografie des Fotografen von zwei Comic-Zeichnern (Jean-David Morvan and Jung Gi Kim) auf 136 Seiten erzählt. Ist vermutlich eher was für Comic- denn für Fotofreaks.

#artakt

(Bildquelle: art-magazin.de)

Bilderstrecken mit frei produzierten Geschichten auf Online-Portalen sind als Veröffentlichungsmöglichkeit für FotografInnen sehr verlockend, denn diese Portale suggerieren, dass sie eine große Reichweite haben. Noch interessanter sind Online-Bildstrecken allerdings für die Verlage bzw. Magazine, da diese überwiegend kostenfrei sind. Die Autoren und Autorinnen verzichten in der Regel selbst auf ein Honorar, statt dessen hoffen sie auf ihre 15 clicks of fame. Die Verlage lieben dieses Format, da es für jedes Bild 1 Klick gibt und das ist für potenzielle Anzeigenkunden das was zählt. Am besten funktioniert das mit Sex. Beim Magazin ART – welches ich sehr schätze für seine Beiträge zum Thema Kunst – heißt das Aktfotografie und kommt unter dem schmissigen Titel „Akt Now“ daher und präsentiert jede Woche „die besten Aktbilder junger Fotografen“. Die Bildserien (meist über 20 Bilder) werden von einem Interview mit dem/der Fotograf/in begleitet. Zu lesen sind dann Sätze wie dieser: „Es ist für mich einfach der naheliegendste Gedanke. Immer wenn ich eine großartige Location sehe, dann stelle ich mir vor wie viel besser der Ort mit einer nackten Frau wirken würde.“ (Tony Stamolis) oder (Bradley Wilson): „Ich will kein Fotograf sein, der in erster Linie Kleidung fotografiert und erst dann die Frau. Ich will die individuelle Seele meiner Modelle mit meiner Linse einfangen – dafür brauchen sie keine Bekleidung“  und der /die Fotografen wohl keinen Kopf – Frauen verachtender kann man Akt-Fotografie kaum begründen.

#ivwquartalszahlen

Um Auflagen geht es auch bei den IVW-Quartalszahlen. Die Website „MEEDIA“ hat nun aus den letzten 66 Jahren, in denen die Auflagen von STERN und SPIEGEL erfasst wurden, ausgewertet. Mit erstaunlichem Ergebnis: der STERN erlebte seine erfolgreichste Auflagenzeit 1967 mit Artikeln über die Ermordung J.F. Kennedy und der SPIEGEL mit seiner Berichterstattung über den Golfkrieg 1991. Diese Datenanalyse wurde von Jens Schröder (@popkulturjunkie) erarbeitet. Die gesamte Analyse findet ihr hier.

#nopicture #alleslüge?

Am 15. September 2016 fand in Berlin bei C/O Berlin eine Panel-Diskussion unter dem Titel: „Privacy vs. Street Photography“ satt. Eine gut besetzte Runde aus zwei Rechtsanwälten, einem Künstler, einem Kunsthistoriker und einer EU-Parlamentarierin versprach Interessantes. Leider war dem nicht so. Schade. Etwas lax gesprochen, wurde Altbekanntes aufgewärmt und Themen wie Panoramafreiheit, Recht am eigenen Bild, Freiheit der Kunst und kommerzielle Anwendung wild durcheinander gewürfelt. Zusätzlich produzierte sich der Künstler  zum einzigen Kunst-Streetphotographen „neben zwei, drei anderen weltweit“ (Beat Streuli), der Bildredakteur der Welt erläuterte, wie schwierig es heute sei „Wetterfotos“ zu machen (Reto Klar), lediglich die beiden Rechtsanwälte Prof. Dr. Christian Czychowski und Sebastian Graalfs erläuterten bei dem einen oder anderen Beispiel anschaulich, wie die aktuelle Rechtslage ist. Für Interessierte an diesem Thema und an der Causa Espen Eichhöfer sei dieser schon etwas ältere Artikel von RA Andreas Behr auf der Web-Seite von C/O Berlin empfohlen.

Ein Thema was die journalistische Fotografie und ihre MacherInnen im Moment auch stark bewegt, ist die Frage: „Alles Lüge? Manipulation in der Photographie.“ Dazu gibt es diese Woche, am 23. September 2016, 18 Uhr im Museum für
Angewandte Kunst Köln (MAKK) eine Podiumsdiskussion mit Lars Boering (Managing Director von World Press Photo) Lutz Fischmann (Geschäftsführer von Freelens, DGPh) und die Photographen Christoph Bangert (DGPh), Peter Bialobrzeski (Dr.-Erich-Salomon-Preisträger 2012) und Bettina Flitner (DGPh). Hingehen !


#promo

An dieser Stelle werde ich in Zukunft kurze und knappe Hinweise auf neue fotografische Arbeiten, Fotobücher, Ausstellungen, gedruckte Eigenwerbung von FotografInnen etc. geben. Ich bin für Anregungen offen und freue mich über Zuschriften via E-mail oder auch per Post.

Den Anfang macht ein kleines Fotobuch: Urban Fever, Jürgen Bürgin, 112 Seiten, Hardcover, Offsetdruck welches im Selbstverlag erschienen ist und überwiegend einzelne Bilder mit Straßenszenen aus New York und Berlin zeigt. Das Buch erscheint zur Ausstellung „Mensch und Metropole“, Galerie im Saalbau, Berlin.

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